Bürgerliste St.
Wolfgang
familienfreundlich zukunftsorientiert
unabhängig
Die nächste Gemeinderatssitzung findet voraussichtlich im März 2012, Beginn wird noch nachgereicht, in der Gemeinde St. Wolfgang (Lichtsaal) statt. Die Sitzung ist öffentlich und alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich dazu eingeladen.
Eine Gemeinde ist vor allem auch ein soziales Netzwerk. es wird von Menschen zusammengehalten, die unterschiedliche Ausgangslagen und Bedürfnisse haben.
Gerade in Zeiten der Krise, aber nicht nur dann, sollte die Gemeinde sozial innovative Netzwerke nicht nur unterstützen, sondern selbst bereits bestehenden anschließen, z.B. Tauschbörsen. Diese
haben durch die ökonomische Umverteilung einen hohen Nutzen und helfen, den Leuten Geld zu sparen. Jeder hat Kenntnisse oder Möglichkeiten, die er gegen jene von anderen tauschen kann. Dabei
spielt die ökonomische Lage der Tauschenden keine Rolle. Ein soziales outing ist also nicht notwendig. Die Gemeinde könnte die Initialisierung eines solchen Projektes finanzieren und selbst mit
gutem Beispiel als Beteiligte daran teilnehmen
Sozialpolitik darf sich nicht an der Almosenpolitik oder an Privatunterstützung orientieren, sondern muß klaren Richtlinien gehorchen, um dem, der die soziale Hilfe benötigt, das Gefühl der Bittstellung zu ersparen. Nicht die Willkür sollte bei Entscheidungen im Sozialbereich herrschen, sondern ein Netzwerk zur Verfügung stehen, in das sich alle Bürger und Bürgerinnen einbringen und partizipieren können.
Im sozialpolitischen Bereich könnte St. Wolfgang so eine Schlüsselrolle im Salzkammergut zukommen. Diese Vorreiterrolle könnte der Gemeinde nicht nur einen ökonomischen und sozialen Nutzen
bringen, sondern vor allem auch neue Gästeschichten anziehen, die mit einer sozial innovativen Gemeinde sympathisieren.
Wir sind davon überzeugt, daß eine Einbeziehung der Bürger und Bürgerinnen in zentrale Entscheidungen zu eindeutigen Aufträgen
für die Politik führen würde. Vielleicht kämen nicht jene Projekte dabei heraus, die sich die derzeitigen Funktionäre wünschen, aber sie würden zumindest von einer größeren Anzahl von Personen
mitgetragen.
Als ersten Schritt, um die Gemeindearbeit transparenter und offener zu gestalten, fordern wir eine Internetplattform, auf der alle notwendigen Informationen, Entscheidungsvorgänge und
Projektentwicklungen dargestellt werden. Eine virtuelle Bürger- und Bürgerinnenplattform allein bietet die Möglichkeit, sich an Diskussionen zu beteiligen. Rasch wären Stimmungsbilder abrufbar
und Interessensgegensätze erkennbar.
Mittelfristig wäre durchaus vorstellbar eine Zukunftskonferenz einzuberufen, in der die Bürger und Bürgerinnen ihre Vorstellung von der Entwicklung der Gemeinde einbringen können und die
schließlich auch für die Gemeindevertretungen der nächsten Jahrzehnte verbindlich sein könnten. So entstünde eine verläßliche Struktur, die politische Handlungsweisen nicht nur begleiten, sondern
auch kontrollieren könnte.
In den letzten Jahren hat sich die Gemeinde St. Wolfgang sehr bemüht, den Tourismus neu zu beleben. Zahlreiche Investitionen wurden getätigt und neue Projekte entwickelt. Darüber hinaus wurde jedoch leider auf Grundlegendes vergessen.
Wichtig wäre es, auf bereits Bestehendes mehr Augenmerk zu legen und Investitionen aufgrund der derzeitigen Wirtschaftslage eher in Projekte mit hoher Beteiligung der Bürger und Bürgerinnen zu stecken. Beispielsweise sollte es nicht notwendig sein, immense Summen in ein Spaßbad zu investieren, die es bereits zur Genüge und in allen Variationen in den umliegenden Regionen gibt. Vielmehr sollte in St. Wolfgang ein Gemeindebad errichtet werden, das für jeden und jede unserer Bürger und Bürgerinnen (und natürlich unsere Urlaubsgäste) zugänglich ist.
Es kann nicht sein, daß ein St. Wolfganger zum Baden in andere Ortschaften oder sogar andere Seengebiete auswandern müssen, um
etwas erleben zu können.
Für unsere Jugendlichen gibt es bei Schlechtwetter nur wenige Beschäftigungsalternativen. Neben dem harten und anstrengenden Schulalltag ist es wichtig, einen Ausgleich zu schaffen. Im St.
Wolfganger Zentrum gibt es viele leerstehende Lokalitäten, die man eventuell für ein offenes Jugendzentrum nutzen könnte.
Kinder und junge Menschen sind unser wichtigstes Kapital, in ihnen steckt Energie, Offenheit, Unbeschwertheit und Kompetenz. Ein betreutes Jugendzentrum könnte ihnen die Möglichkeit bieten, sich
mit ihren Freunden treffen und Spaß haben zu können. Ein Billardtisch, eine Dartanlage, ein Wuzzler und vieles mehr wäre dabei hilfreich. Beschäftigung in geschützten Räumlichkeiten, wo
Jugendliche nicht gelangweilt sind, sondern gezielt gefördert werden, würde das Verständnis auf beiden Seiten stärken. Zudem sollen sich die Jugendlichen mit ihren Ideen selbst einbringen
können.
Änderungen in der Kulturpolitik, Eröffnung neuer kultureller Felder sind in diesen Zeiten schwer durchzusetzen, gelten sie doch oft als teuer und wenn das Geld knapp ist, als Luxus. Kulturpolitik wird zumeist unter dem Aspekt der ökonomischen Förderung betrachtet. Dies ist ein grundlegender Fehler derzeitiger Kulturpolitik.
In der Kulturfrage geht es darum, Netzwerke zu bilden, in denen sich die Menschen kulturell und künstlerisch organisieren können. Dazu ist es notwendig, die Bevölkerung und die vorhandenen Ressourcen miteinander zu verbinden. Bürger und Bürgerinnen, die noch inaktiv sind, können so davon überzeugt werden, daß in der Kooperation unterschiedlicher Kulturträger auch neue Konzepte und Projekte entstehen können.
Kultur sollte in einer Tourismusgemeinde drei Funktionen erfüllen:
1) Rahmenprogramm für den Tourismus;
2) Bewahrung der lokalen Traditionen;
3) Erprobung neuer Kulturprojekte – vor allem aber auch Schaffung von Freiräumen für die Jugendkultur.
Die Gemeinde hat aus unserer Sicht, wie in allen anderen Politikbereichen, die Aufgabe, Rahmenbedingungen zu schaffen, um einen Ausgleich zwischen den Interessensgruppen zu gewährleisten und nicht selbst als Organisatorin von Kultur aufzutreten. Hier wäre es vor allem notwendig, die vorhandenen Mittel in Kulturnetzwerke, Kulturwerkstätten für Jugendliche und Senioren und Kulturkooperationen am See zu investieren.
In Zeiten der Krise ist es unerläßlich für die Gemeinde eine neue Wirtschaftspolitik zu entwerfen, die nicht darauf basiert neue Schulden anzuhäufen, sondern trotz Schuldendienst, Rücklagen für zukunftsorientierte Projekte zu erwirtschaften.
In den letzten Jahre hat unsere Gemeinde vor allem in die Infrastruktur investiert. Dies war richtig und notwendig. Im Vordergrund sollte jetzt aber die Schuldenreduktion stehen, um das Erreichte zu sichern und nicht um uns für die nächste Wachstumsphase zu rüsten.
Unserer Gemeinde geht es nicht schlecht.
Niemand muß hungern.
Selbst der Realverlust bei einem Nullwachstum wäre noch keine Tragödie, wenn es uns dadurch gelingen würde, unsere Gemeinde ökonomisch zu stabilisieren. Wir müssen dafür sorgen, daß wir nicht eines Tages von unseren eigenen Schulden aufgefressen werden.
Ein Augenmerk muß auch auf die Umverteilung der Ausgaben gelegt werden. Dort, wo es Spielräume gibt, müssen wir, nach einer eingehenden Budgetanalyse, die Prioritäten neu setzen, um eine Neupositionierung der Gemeinde zu ermöglichen. Aber nur eine – vor allem auf Bestandssicherung bedachte Wirtschaftspolitik – wird uns in der Zeit der Krise diese Spielräume ermöglichen.
Der Tourismus ist in St. Wolfgang die wichtigste Einnahmequelle und niemand wird in Frage stellen, daß dieser Wirtschaftszweig unser Überleben sichert. Doch Monokulturen sind nach wie vor ein Problem, auch in unserer Wirtschaft. In Anbetracht der Klimadaten für unsere Region wäre ein Konzept, das sich langfristig um eine Neuorientierung des Tourismus bemüht, sicherlich hilfreich. Alternative Arbeitsformen sollten dabei auch in Betracht gezogen werden. Gerade im oben angesprochenen Energiesektor und in den neuartigen Kommunikationstechnologien lassen sich vollständig neue Beschäftigungsmöglichkeiten entwickeln.
Angestrebt wird mit Hilfe von Förderungen des Landes-, Bundes- und der EU eine von traditionellen Rohstoffen wie Öl und Gas energieunabhängige Gemeinde.
Für die Sicherung der Energieunabhängigkeit in den nächsten Jahrzehnten – wird es notwendig sein, nicht nur Energie zu sparen, sondern neue Formen von Energieerzeugung und -verwertung zu erschließen. Gerade unsere Region besitzt alle Vorraussetzungen, um durch die Nutzung natürlicher Ressourcen wie Wind, Sonne und Holz den eigenen Energiebedarf zu decken.
Durch Einbeziehung der örtlichen Landwirtschaft, die Errichtung einer Biogasanlage und durch viele andere kleinere und größere Strukturveränderungen ist eine energieautarke Gemeinde durchaus vorstellbar.
Energieautarkie sichert langfristig nicht nur Arbeitsplätze in einem innovativen Wirtschaftsbereich, sondern macht unsere Gemeinde schlagartig auch überregional bekannt. Selbst der Tourismussektor wird davon profitieren. Kein Hotel, kein Tourismusbetrieb müsste mehr teuren Strom, teures Öl, teures Gas abhängig von Weltmarktspreisen kaufen. Die Preisregulierung könnte auf Grund der Eigenproduktion im Ort im eigenen politischen Bereich stattfinden.
Der Standort St. Wolfgang würde aber auch mit Blick auf die Gäste gestärkt. Heute ist ökologisches und ökonomisches Bewußtsein bei der Wahl eines Urlaubsortes entscheidend. Wer weniger für Energie zahlen muß, kann billigere Zimmerpreise anbieten. Wer weniger Ressourcen verbraucht, kann sich als Ökodorf positionieren.
Beides lockt neue Gästeschichten an.
Wir sind zur Überzeugung gekommen, daß ein Projekt wie in unserem Parteiprogramm vorgestellt (Zukunft/Gemeinde St. Wolfgang), nicht allein von den bestehenden Parteien entwickelt und durchgeführt werden kann und soll.
Politische Parteien sind immer ideologisch gefärbte Gruppen, die bestimmte Lobbyinteressen verfolgen.
Nur eine Bürger/innenbewegung bietet in ihrer breiten und unterschiedlichen Interessenslage und durch die Einbringung unterschiedlicher Kompetenzen die Chance, ein derartig aufwendiges und
langfristiges Projekt durchzuführen.
Bürger/innenbewegungen, und das haben viele Beispiele in der Vergangenheit bewiesen, zeichnen sich durch ihr langfristiges Denken und Handeln aus, weil sie nicht an kurzfristigen Wahlergebnissen orientiert sind.
Bürger/innenbewegungen haben zumeist auch kein ökonomisches Interesse an einer Stimmenmaximierung, weil ihre Einkommensbasis nicht von der politischen Funktion abhängt. Daher fällt wiederum das
Interesse an Stimmenmaximierung zur Verbesserung der ökonomischen Lage der Gesamtpartei weg.
Eines sollte bei aller Liebe zur visionären Politik festgehalten werden. Visionen sind nur so gut, wie die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen, in denen sie umgesetzt werden.
Deshalb sind wir uns als Bürgerliste im klaren, daß nur mit der Etablierung einer vierten politischen Kraft in der Gemeinde die derzeit politisch handelnden Personen dazu veranlasst werden können, ihre Politik zu überdenken und sich gegenüber Bürger/innenprojekten zu öffnen.
Nur wenn wir von den Bürgern und Bürgerinnen der Gemeinde in der Wahl am 27. September 2009 mit einer hohen Stimmenzahl ausgestattet werden, wird es uns möglich sein, all unsere Innovationen umzusetzen und einen neuen politischen Geist in die Gemeinde einzubringen.
Wir freuen uns über jede Unterstützung unserer Bewegung.
Ideen, Kritik und organisatorische Unterstützung sind gleichermaßen gefragt. Kommt zu unseren Treffen, besucht unsere Veranstaltungen, helft uns, gemeinsame Visionen zu entwickeln!
Unterstützt uns mit eurer Stimme, damit wir gemeinsam die erfolgreiche Wirtschafts- und Kulturgeschichte unserer Gemeinde mit einer ebenso erfolgreichen Energie-, Familien- und Sozialpolitik fortsetzen können.
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